Taekwondo heißt wörtlich übersetzt:

 

TAE                stoßen,  springen oder zerschmettern mit dem Fuß

KWON           bedeutet hauptsächlich Faust oder Hand

DO                 ist die Kunst, der Weg, oder die Methode;

                       steht für die Geisteshaltung und mora­lische Grundsätze

Ein  regelmässiges Training verbessert das Allgemeinbefinden, verschafft  ein gesundes seelisch-körperliches Gleichgewicht und er­höht die Behendigkeit und Beweglichkeit.

Taekwondo  vermittelt  nicht  nur körperliche Kraft, sondern auch die  Einsicht zu diszipliniertem Denken. Nur durch diese Einsicht ist  es möglich, das nötige Selbstvertrauen und die nötige Gelas­senheit  zur Selbstverteidigung zu erlangen. Selbstvertrauen aber ist  die Voraussetzung für Bescheidenheit und Toleranz, zwei erklärte Ziele des Taekwondo.

 

Taekwondo ist eine Einheit, die sich aus der Beherrschung

                        a) der Formen               Poomsae

                        b) des Kampfes            Jayu Kyorugi-Freikampf und

                                                                Hanbon Kyo­rugi-One-Step-Sparring

                        c) des Brechens            Kyokpa-Bruchtest

 

zusammen  setzt. Dieses Beherrschen erfordert große geistige Kon­zentration, mit der man wiederum große Kräfte entwickeln kann.

 

a) Formen (Poomsae)

 

Es  gibt  in Österreich derzeit zwei gebräuchliche Poomsae-Systeme (jeweils 1 - 8, Il Jang bis Pal Jang) :

                        Palgye Poomse

                        Taeguk Poomse

Jede  Taekwondo-Poomsae  (Form) besteht aus verschiedenen Fußstel­lungen, kombiniert mit Hand- und Abwehrtechniken, Faust- und Fuß­schlägen,  die ineinander übergehen, sich ergänzen und als Ganzes gesehen  einen  Kampf gegen einen oder mehr imaginäre Gegner dar­stellt.

b)  Kampf  (Jayu  Gyorugi-Freikampf  und  Hanbon-Gyorugi-One Step-Sparring)

Im  Freikampf können alle erlernten Techniken des Angriffs und der Verteidigung  in  beliebiger  Kombination verwendet werden, wobei sich der Kämpfer jedoch an bestimmte Regeln halten muß.

Hanbon  Gyorugi ist eine Art Wettkampf, der nach einem bestimmten Schema abläuft, Aktion und Gegenaktion (Angriff und Verteidigung) werden aufeinander abgestimmt.

c) Brechen (Kyokpa-Bruchtest)

 

Das  Brechen  von  Hölzern, das Zerschlagen von Ziegelsteinen und Felsbrocken  ist  der  Beweis  für die Fähigkeit, die vorhandenen Kräfte auf einen bestimmten Punkt zu konzentrieren.

Die Leistungsgrade bei den Schülern:

 

                        Weißer Gürtel           Anfänger

                        Gelber Gürtel            10./9.  Kup
                        Grüner Gürtel              8./7.  Kup

                        Blauer Gürtel               6./5.  Kup

                        Brauner Gürtel            4./3.  Kup

                        Roter Gürtel                2./1.  Kup

Die Meistergrade:   Schwarzer Gürtel ....... 1. - 5. Dan

                        Koryo   (Korea)

                        Kumgang   (Diamant)

                        Taebaek   (Berg)

                        Pyongwon   (Ebene)

                        Shipjin   (Zehn)

                        Jitae   (Erde)

                        Chonkwon   (Himmel)

Die Großmeistergrade:  Schwarzer Gürtel ....... 6. - 10. Dan

                        Hansu   (Wasser)

                        Ilyo   (Einheit)

Der Koreanische Gruß: "Kyongle" (sprich: Kyongne)

besteht aus zwei Begriffen:

 

                        Kyong - Achtung der anderen Taekwondo-Sportler

                        Le - Höflichkeit, Etikette

 

Vor  und  nach  jedem  Training gibt der höchste Gürtelträger (er steht in der ersten Reihe, rechts vor dem Trainer) das Kommando:

                        "charyot sabom nim ke kyongle"

Daraufhin  verbeugen  sich  alle  Sportler gleichzeitig vor ihrem Trainer.


Die Bedeutung des "Kihap" (Kampfschrei) :

Dieser koreanische Ausdruck setzt sich aus zwei Wörtern zusammen.

                        Ki - geistige und körperliche Kraft

                        Hap - auf einen Punkt konzentrieren

 

Man  sammelt seine Atemluft im Bauchraum und stößt diese dann mit einem  lauten  kurzen  Schrei beim Angriff aus (dieser Schrei ist also individuell verschieden). Man will einerseits durch das "Ki­hap"  den  Gegner  einschüchtern andererseits jedoch konzentriert und gezielt angreifen.

 

Im  Taekwondo wird der menschliche Körper allgemein in drei Teile untergliedert  und bildet einen Teil der koreanischen Bezeichnung für eine Technik (z. B. Olgul Makki = Block Oben):

·        Olgul (Gesicht):

der ganze Kopf bis zum Schlüsselbein (=Oben) Übungsziel ist die Nasenrille

·        Momtong (Rumpf):

vom Schlüsselbein bis zum Nabel (=Mitte) Übungsziel ist der Solarplexus

·        Arae (Unterleib):

 

vom Nabel abwärts (=Unten) Übungsziel ist das Zwerchfell

 

 

Der Dojang (Übungsraum)

 

Der  Taekwondo-Lehrer  (Sabom) leitet das Training und achtet auf Disziplin  und die Weiterentwicklung der körperlichen und geisti­gen  Fähigkeiten,  sowie auf die Verbesserung von Wertvorstellun­gen.

Jeder  Schüler  verbeugt sich beim Betreten und Verlassen des Do­jangs  (Halle) als Höflichkeitsbezeugung gegenüber seinem Trainer und den Taekwondin. Man sollte sich im Dojang konzentriert seinen Trainingsaufgaben  widmen;  lärmen,  grölen und undiszipliniertes Verhalten widerspricht der Geisteshaltung im Taekwondo.

Der  Dobok  (Taekwondo-Anzug)  ist  stets sauber zu halten; seine weiße Farbe soll moralische Reinheit symbolisieren, der zu Beginn getragene  weiße  Gürtel steht für den Anfang einer geistigen und körperlichen Entwicklung.

Um Verletzungsgefahren vorzubeugen ist darauf zu achten, daß kei­nerlei Schmuckgegenstände, Uhren, Bänder, Spangen etc. beim Trai­ning getragen werden.